International PHP Conference / Webinale 2010 1. Tag

Die vergangenen 3 Tage standen für mich ganz im Zeichen der International PHP Conference sowie der Webinale, die in Berlin stattfanden. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht zur Veranstaltung und den von mir besuchten Sessions.

Tag 1

Los ging es (für mich) am Montag. Der so benannte Mobile Revolution Day schreckte mich erst etwas ab, weil ich nicht so sehr der Mobile-Typ bin. Deshalb gesellte ich mich auch erst gegen Mittag in die Zuhörerschaft eines sehr interessanten Webinale-Vortrags zum Thema Formulare bzw. Formular-Usability von Stefan Nitzsche. Hierbei ging es um Usability, Positionierung und Best-Practices in Bezug auf das Formulardesign.

Danach kam die erste Keynote – diesmal in Richtung PHP – namens Surviving Architecture. Eigentlich war ich zu dieser Veranstaltung nur geblieben, weil es draußen regnete. Eigentlich wollte ich noch einen kleinen Geocaching-Ausflug machen, aber wenn man die Wahl zwischen einem klimatisierten, überdachten Raum mit WLAN und Ekel-Wetter hat, fällt die Entscheidung nicht ganz so schwer. Leider bestätigten sich meine Sorgen um die Qualität der Keynote, was sich leider über alle 3 Tage hinzog – da wurde leider etwas Potential verschenkt. Viel mehr möchte ich zu diesem Vortrag auch nicht sagen, es wurden eben verschiedene Informations-Architekturen vorgestellt, aber sehr tiefgründig war das nicht.

Anschließend kam ein sehr interessanter Beitrag von Arne Blankerts mit dem Titel Building a PHP Preprocessor with Plain PHP. Hierbei ging es darum ein PHP-Script test.php zu schreiben, das man ähnlich wie bei C++ um verschiedene Kommentare erweitern kann, sodass ein weiteres PHP-Script (das Preprocessor-Script) den Quellcode von test.php einlesen, die Kommentar-Hinweise verarbeiten und anschließend ein lauffähiges PHP-Script ausgeben kann. Damit kann zum Beispiel auf betriebssystemrelevante Konstanten eingegangen werden, ohne dass diese bei jeder Script-Ausführung überprüft werden müssen, sodass beispielsweise ein PHP-Script entsteht, dass für ein Windows-System optimiert ist, und eines, das für Linux optimiert ist. Eine andere Möglichkeit ist die Erstellung einer Demo-Version von kommerzieller Software, ohne dass man das Demo-Projekt extra entwickeln muss. Für mich sind die Anwendungsmöglichkeiten derzeit recht begrenzt, aber es war ein interessanter Proof-of-Concept – und das dazu noch ziemlich simpel umgesetzt.

Anschließend ging es um die Zukunft der Webstandards von Patrick Lauke von Opera. Eigentlich ging es sogar mehr um die Gegenwart, denn HTML5 war das Hauptthema. Dieser Vortrag war für mich das Highlight des ersten Tages – einerseits weil der Vortragende einen guten Stil hatte und andererseits, weil er direkt an der Quelle steht und nicht stur vorgepredigt hat, wie HTML5 vom W3C konzipiert wurde. Viel mehr hat er die spannendsten Anwendungsmöglichkeiten und Neuerungen beschrieben und mit Beispielen garniert. Sehr schön fand ich auch, dass er darauf eingegangen ist, wie man es anstellt, HTML5-Features heute schon nutzen zu können, ohne den Großteil der Besucher, die einen Nicht-HTML5-fähigen Browser verwenden, zu verprellen. Graceful Degradation lautet hier das Zauberwort. Als kleine Anmekrung sei hier auch gesagt, dass sich auch der Technikwürze-Podcast in seiner aktuellen Folge mit dem Thema HTML5 total beschäftigt.

Den Abschluss des ersten Tages verbrachte ich dann im Vortrag Positive User Experience durch User Centered Web Design. Ich weiß nicht, ob es an der Uhrzeit lag, aber irgendwie fand ich den Vortrag weniger spannend. Der Speaker redete sehr viel über die Tätigkeit seiner Firma und diese entwickelt Usability-Lösungen für alles mögliche (Medizingeräte, Maschinen – und eben auch Webseiten). Ich mochte es schon nicht an der Uni, wenn in BWL-Vorlesungen ständig von Produkten und Materialwirtschaft die Rede war, während in der Informatik viele Unternehmen ausschließlich Dienstleistungen ohne physische Produkte anbieten. Und genauso war dieser Vortrag: Es wurden viele Bilder von Banksoftware, Schweißmaschinen und ähnlichem gezeigt – nur interessiert das einen Webdesigner relativ wenig. Natürlich ging es auch um das allgemeine Vorgangsmodell beim User Centered Design, ein durchgängiges Web-Beispiel wäre hier aber Gold wert gewesen.
Dies war dann leider auch der einzige Vortrag, den ich vorzeitig verließ.

Einige Vorträge der IPC, die ich leider nicht besuchen konnte, haben ihre Präsentationen auch veröffentlicht:

Außerdem:

Eclipse PHP Tool Integration (IPC Spring 2010)

View more presentations from Sven Kiera.

Alles in allem gab es am ersten Tag sowohl interessante als auch unspannende Vorträge. Insgesamt war es allerdings in meinen Augen der schwächste Tag, die anderen beiden waren wesentlich lehrreicher!
Auch der PHP Gangster hat über die PHP Conference berichtet: 1. Tag, 2. Tag

Jan hat 152 Beiträge geschrieben

Ein Kommentar zu “International PHP Conference / Webinale 2010 1. Tag

  1. Finn sagt:

    Wärst du mal besser bis zum Ende geblieben 😉 Da wurde in Positive User Experience durch User Centered Web Design nämlich noch ein ausführliches Beispiel aus dem Web gezeigt (ging um die Website der SOS Kinderdörfer). Hat bei mir dann auch dafür gesorgt, dass ich wieder wach geworden bin. War aber auch ein sehr undankbarer Slot für solch ein Thema :/

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