Loggen des letzten Dateizugriffs deaktivieren

Standardmäßig loggt Linux von jeder Datei den Timestamp des letzten Zugriffs mit. Aus Betriebssystem-Sicht kann das recht nützlich sein, um beispielsweise schon lange nicht mehr benutzte und daher überflüssige Dateien zu finden. Ein Webprojekt hat allerdings oft dafür keine Verwendung. Die Webmaster kennen alle Dateien und hüten sich (hoffentlich) davor, irgendwelche unnötigen Dateien auf dem Server zu lassen. Allein schon aus Sicherheitsgründen ist das anzuraten (man denke nur an eine vergessene, öffentlich zugängliche phpinfo.php, die genau diesen Befehl phpinfo() auch ausführt).
Da jede Aktion des Servers Zeit kostet und es deshalb noch viel schmerzhafter ist, wenn diese Aktion auch noch unnötig ist, wollen wir das Mitloggen des letzten Dateizugriffs deaktivieren.

Timestamps können ja durchaus sehr nützlich sein – etwa um zu prüfen, wann eine Datei zuletzt geändert wurde und daraus schlussfolgern zu können, welche Dateiversion die neuere ist. Das ständige Aktualisieren des Timestamps, wann eine Datei zuletzt aufgerufen wurde, allerdings, hilft bei Webprojekten nichts und kann deshalb zwecks Performanceoptimierung deaktiviert werden.

Das ständige Aktualisieren des Access Timestamps kostet deshalb Zeit, weil auf die Festplatte geschrieben werden muss, auch wenn sich die gesuchte Datei bereits im Cache befindet. Somit ist die Festplatte ständig am Arbeiten und als Nebeneffekte erhöhen sich Stromverbrauch und Verschleiß.
Die Dateisysteme ReiserFS, ext3 sowie XFS kennen die im Folgenden beschriebene Option.
Für eine einzelne Partition, kann man es mit einem Live Remount so machen:
mount -o noatime,remount,rw /dev/hda3
rw bedeutet, dass die Partition schreibbar ist. Weitere Optionen beim Mounten können ebenfalls interessant sein, nodiratime (Deaktivieren des Loggens des Access Timestamps für Verzeichnisse) braucht allerdings (meist) nicht gesetzt zu werden, da noatime das bereits enthält (schaden tuts aber tortzdem nicht).

Wer das noatime-Attribut für alle Partitionen setzen möchte, kann die Datei /etc/fstab bearbeiten. In der vierten Spalte muss lediglich
noatime,nodiratime
hinzugefügt werden.

Es ist nicht garantiert, dass mit jeder Konfiguration die Geschwindigkeit wirklich zunimmt, allerdings wird es auf keinen Fall langsamer. Und dazu kommt eben auf Lange Sicht noch der Effekt, dass die Platte weniger Strom verbraucht und weniger verschleißt.

Jan hat 158 Beiträge geschrieben

2 Kommentare zu “Loggen des letzten Dateizugriffs deaktivieren

  1. GhostGambler sagt:

    Fragt sich wie oft auf einer gemounteten Festplatte wirklich nur die Dateien des Webservers liegen – und nicht noch eine Vielzahl weiterer Dinge für die dieses Zeiten eventuell sehr nützlich sind. (Und wir haben sie auch schon innerhalb von Webprojekten benötigt – man sollte sich gut überlegen, ob man diese wirklich nicht braucht.)

  2. Duselette sagt:

    gerade auf gemieteten Server hat man meist nur eine Partition zur Verfügung (+ Swap), und da würde ich den Dateizugriff nicht abschalten (es gibt ihn ja nicht umsonst). Würde man – im Idealfall – eine eigene Partition / Volume für das Webverzeichnis , wäre das eine mögliche, aber zuletzt zu betrachtende Möglichkeit der Performancesteigerung… Ausserdem verliert man so die schöne getlastmod() 😀

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